Elektrisch und bequem oder klassisch und gesund? Als jemand, der beides seit Monaten parallel faehrt, erklaere ich, wann welches Fahrzeug die bessere Wahl ist.
Kurze Antwort: Das Fahrrad gewinnt bei Fitness, Umweltfreundlichkeit und laengeren Strecken. Der E-Scooter ist ueberlegen, wenn du mit Bus und Bahn pendelst, wenig Platz hast oder nicht verschwitzt ankommen willst. Fuer kurze Strecken unter 5 km in der Stadt nimmt sich beides nicht viel. Erst bei Regen und Kaelte trennt sich die Spreu vom Weizen: Beides macht dann wenig Spass.
Null Emissionen, keine Akkuproduktion, kein Stromverbrauch. Das Fahrrad ist das klimafreundlichste Fortbewegungsmittel. Der E-Scooter braucht Strom und hat einen Lithium-Ionen-Akku mit begrenzter Lebensdauer.
Radfahren verbrennt 400-600 kcal pro Stunde, staerkt das Herz-Kreislauf-System und baut Stress ab. Auf dem E-Scooter stehst du passiv. Die Verbraucherzentrale empfiehlt das Rad fuer die taegliche Bewegung.
Klappbar, 12-15 kg leicht, passt in jede U-Bahn. Das Fahrrad braucht Keller, Stellplatz oder Fahrradstaender. In meiner Wohnung waere fuer ein Rad kein Platz, der Scooter steht im Flur.
Groessere Raeder, tieferer Schwerpunkt und Sitzposition machen das Fahrrad stabiler. Das KBA verzeichnet mehr Scooter-Unfaelle pro gefahrenem Kilometer. Schlagloecher sind auf kleinen Raedern ein echtes Risiko.
Scooter zusammenklappen, in die Bahn, am Ziel aufklappen und losfahren. Mit dem Fahrrad darf man in der Rushhour oft gar nicht in den Zug. Multimodal pendeln geht nur mit dem Scooter richtig gut.
Scooter ab 300 Euro plus 40 Euro Versicherung pro Jahr. Fahrrad ab 200 Euro, keine Versicherungspflicht. Wartung beim Rad ist teurer (Kette, Reifen, Bremsen), dafuer braucht es keinen Strom.
Im Sommer fahre ich dreimal die Woche Fahrrad zur Arbeit, 8 km Strecke. Da komme ich fit und wach an. Im Winter und bei Regen nehme ich den E-Scooter zur S-Bahn: 2 km klappen, einsteigen, 3 km weiter zum Buero. Der Scooter steht unter dem Schreibtisch. Das Rad bleibt bei Schmuddelwetter im Keller. Beide haben ihren Platz, keins ersetzt das andere komplett.
Wenn es um Klimaschutz geht, ist das Fahrrad unschlagbar. Der E-Scooter macht oekologisch dann Sinn, wenn er Autofahrten ersetzt. Wer mit dem Scooter statt dem Auto zur Arbeit faehrt, spart laut ADAC rund 2 kg CO2 pro Tag. Wer stattdessen das Rad nimmt, spart noch mehr. Die ehrliche Rechnung: Der E-Scooter ist besser als das Auto, aber schlechter als das Fahrrad.
Das Fahrrad bleibt der Allrounder. Aber der E-Scooter hat eine klare Nische: multimodales Pendeln, letzte Meile und Platzsparen. Wer sich entscheiden muss und taeglich OEPNV nutzt, ist mit dem E-Scooter flexibler. Fuer alles andere gewinnt das Fahrrad. Mehr dazu im E-Scooter vs. E-Bike Vergleich.
Annaehernd gleich. Der E-Scooter ist auf 20 km/h begrenzt, ein durchschnittlicher Radfahrer faehrt 15-25 km/h. An Ampeln beschleunigt der Scooter schneller, auf laengeren Strecken kann ein sportlicher Radfahrer ueberholen.
Das Fahrrad. Groessere Raeder, natuerliche Sitzposition und bessere Reaktion bei Hindernissen. Die kleinen Scooter-Raeder blockieren an Bordsteinkanten schneller. Das KBA zaehlt mehr Scooter-Unfaelle pro Kilometer.
Ja, Haftpflichtversicherung ist gesetzliche Pflicht. Kostet 27-40 Euro pro Jahr fuer das Kennzeichen. Das Fahrrad braucht keine Pflichtversicherung, eine Diebstahlversicherung ist bei teuren Raedern aber sinnvoll.
Das Fahrrad, eindeutig. Null Emissionen, kein Akku, kein Stromverbrauch. Der E-Scooter ist nur dann oekologisch sinnvoll, wenn er Autofahrten ersetzt, nicht Fuss- oder Radwege.
In den meisten Staedten ja, solange der Scooter zusammengeklappt ist. Die Regelungen variieren je nach Verkehrsverbund. In Berlin, Muenchen und Hamburg ist die Mitnahme erlaubt. Beim Fahrrad gelten oft Sperrzeiten.
Weniger. Beim E-Scooter pruefst du Reifendruck und Bremsen, das war es. Beim Fahrrad kommen Kette oelen, Schaltung einstellen, Bremsbelaege wechseln dazu. Ein jaehrlicher Rad-Service kostet 60-100 Euro.
Die meisten Scooter sind IP54-zertifiziert und halten Spritzwasser aus. Aber nasse Bordsteine und Tramschienen werden rutschig. Ich fahre bei leichtem Regen noch, bei Starkregen nicht. Das Fahrrad ist bei Naesse stabiler dank groesserer Raeder. Mehr Tipps im Kaelte-Ratgeber.
Ab 14 Jahren laut eKFV. Fuers Fahrrad gibt es kein gesetzliches Mindestalter. Kinder unter 10 duerfen mit dem Rad auf dem Gehweg fahren. Der E-Scooter ist auf dem Gehweg grundsaetzlich verboten. Mehr zum Thema unter Wo darf ich fahren?